Wer Maskat nur über seine Moschee kennt, verpasst das eigentliche Herz der Stadt: das alte Handelsviertel Muttrah. Der Souq dort gehört zu den ältesten und authentischsten der arabischen Halbinsel. Hier kaufen Einheimische ein, nicht nur Touristen. Silberschmuck, Weihrauch in allen Qualitätsstufen, bunte Textilien – und dazwischen immer wieder ein Glas ungesüsster Kafawa, der omanische Kaffee mit Kardamom. Kein Preisschild ist fix, aber der Ton bleibt stets freundlich.
Die Corniche von Muttrah ist der schönste Spazierweg der Stadt. Abends, wenn die Hitze nachlässt und das Licht warm über dem Hafenbecken liegt, flanieren Familien, Paare und alte Männer mit Gehstöcken hier entlang – eine ruhige, würdevolle Szene, die besser zu Maskat passt als jede Hochglanzbroschüre. Setz dich irgendwo hin, schau auf das Wasser und lass die Stadt zu dir kommen.
Ausserhalb des Stadtzentrums lohnt sich ein Ausflug in die Hajar-Berge. Schon eine Stunde Fahrt von Maskat entfernt taucht eine völlig andere Landschaft auf: schroffe Felstäler, alte Falaj-Bewässerungskanäle, kleine Dörfer mit Dattelpalmen. Wer ein zuverlässiges Fahrzeug mietet und keine Scheu vor kurvenreichen Bergstrassen hat, wird mit Ausblicken belohnt, die sich kaum fotografieren lassen – man muss dabei sein.