Die Mutrah-Suq-Gasse kennen viele, aber kaum jemand biegt links ab in Richtung des alten Hafenviertels hinter dem Souk. Dort, in den schmalen Gassen zwischen verwitterten Indigo-Türen, findet sich eine Welt, die noch stark vom indisch-omanischen Handelsgeist des 19. Jahrhunderts geprägt ist. Die Kaffeehändler rösten hier noch selbst, und wer Zeit mitbringt, kann zusehen – und kosten. Bitte keinen Rabatt, bezahle den aufgerufenen Preis: Das ist Respekt, kein Versäumnis.
Für Architekturinteressierte lohnt sich ein Abstecher nach Birkat al-Mouz, rund 45 Minuten südlich im Hajar-Gebirge. Die verfallene Falaj-Anlage und die alten Lehmtürme sind kaum touristisch erschlossen – du wirst oft allein dort sein. Nimm gutes Schuhwerk mit, denn die Wege sind unebener als sie auf dem Satellitenbild wirken. Die Dattelhaine darunter gehören noch immer aktiven Bauernfamilien; geh nicht ohne Einladung hinein.
Wer abends Ruhe sucht, meidet das überlaufene Corniche-Café und findet stattdessen einen Platz auf der kleinen Mauer oberhalb von Shatti al-Qurum, direkt dort, wo der Gehweg endet. Kein Restaurant, kein Hotspot – nur der Indische Ozean, der Wind und ein Maskat, das sich kurz entspannt. Bring etwas vom Bäcker gegenüber mit, setz dich hin, und lass die Stadt auf dich wirken. Das kostet nichts und bleibt länger im Gedächtnis als jedes Hotelmenü.