Das absolute Herzstück ist Hegra, auch bekannt als Madain Saleh. Die nabatäische Felsstadt aus dem 1. Jahrhundert gilt als eine der besterhaltenen archäologischen Stätten der arabischen Halbinsel. Über 130 monumentale Felsgräber ziehen sich durch das Sandsteinplateau – manche bis zu 22 Meter hoch, mit fein gemeisselten Inschriften und Fassaden, die an Petra erinnern, aber eine ganz eigene Stille haben. Ein geführter Besuch in den frühen Morgenstunden, wenn das Licht schräg durch die Gräber fällt, ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
Ebenfalls ein Muss ist der Elefantenfelsen – Jabal AlFil auf Arabisch. Der natürlich geformte Felsbogen ähnelt tatsächlich einem trinkenden Elefanten und ist eines der meistfotografierten Motive der Region. Am schönsten wirkt er bei Sonnenuntergang, wenn die Silhouette gegen den orangefarbenen Himmel steht. Etwas weniger bekannt, aber mindestens ebenso eindrücklich: die Dadan-Ruinen, ein antikes Stadtgebiet aus dem 1. Jahrtausend v. Chr., das gerade intensiv erforscht wird.
Wer die Region aktiver erkunden möchte, dem empfehle ich eine geführte Wanderung durch den Canyon Wadi Ashar oder eine Heissluftballonfahrt über die Wüste – ein Angebot, das in AlUla seit einigen Jahren professionell organisiert wird und Perspektiven bietet, die sonst niemand bekommt. Am Boden bleibt das alte AlUla, die historische Altstadt aus Lehmziegeln, ein stiller Kontrast zur touristischen Infrastruktur, die ringsum entsteht.
AlUla ist kein Ort, den man in einem Tag abhakt. Plane mindestens drei bis vier Nächte ein – nicht um alles zu sehen, sondern um wirklich anzukommen. Die Stimmung am Abend, wenn die Felsen dunkelrot leuchten und die Luft nach Wüste riecht, ist ein Teil des Erlebnisses, den kein Reiseführer dir wirklich beschreiben kann.