Das bekannteste davon ist der Berner Platte. Keine Delikatesse für Leichtesser: Auf einem grossen Teller landen verschiedene gekochte Fleischstücke – Rippli, Zungenwurst, Schinkli – zusammen mit Sauerkraut, Bohnen und Backpflaumen. Das Gericht ist sättigend, aromatisch und wird in traditionellen Beizen wie dem Kornhauskeller oder der Brasserie Bärengraben mit einer Selbstverständlichkeit serviert, die dir zeigt: Hier braucht man keine Inszenierung. Dazu ein Berner Bier, etwa vom Brauhaus Felsenau, und der Abend ist gerettet.
Weniger bekannt, aber ebenso typisch ist das Berner Lebkuchengebäck, die sogenannte Leckerli-Verwandtschaft. Bäckereien wie Beeler oder Honold in der Altstadt führen Varianten mit Nüssen, Anis und getrockneten Früchten – als Mitbringsel unschlagbar, zum Kaffee am Nachmittag noch besser. Wer auf Süsses steht, sollte ausserdem die Meringues mit Doppelrahmcreme probieren, die in der Region Bern fast schon kultisch verehrt werden. In der Konditorei Tschirren an der Kramgasse bekommst du beides in Hausqualität.
Die Esskultur in Bern ist gemächlich und gesellig. Man nimmt sich Zeit, man sitzt lange, man redet viel. Die Zähringer Bierhalle oder das Restaurant zum Äusseren Stand sind keine Touristenfallen, sondern echte Treffpunkte der Stadt – mit Stammtischen, Saisonkarten und einem Personal, das dich nach dem zweiten Besuch mit Vornamen anspricht. Wer Bern kulinarisch wirklich verstehen will, sollte nicht nur die Sehenswürdigkeiten abarbeiten, sondern sich irgendwo hinsetzen, bestellen was der Küchenchef empfiehlt, und einfach mal zwei Stunden lang nichts vorhaben.