Das Herzstück von Holbox ist das Meer selbst. Die Lagune auf der Westseite der Insel – Punta Coco – gilt als einer der schönsten Sonnenuntergänge Mexikos, und das ist keine Übertreibung. Das Wasser ist so flach, dass du hundert Meter weit waten kannst und es dir immer noch nur bis zur Hüfte reicht. Der berühmte Punta Mosquito, eine Sandbank nordöstlich des Dorfes, ist bei Ebbe ein surrealer Ort: flamingofarbenes Wasser, Flamingos in der Ferne, kein Laut außer Wind und Wellen. Zu Fuß erreichst du ihn bei Niedrigwasser in etwa 20 Minuten.
Für viele ist die Begegnung mit Walhaien das absolute Highlight. Von Juni bis September sammeln sich diese sanften Riesen in großer Zahl in den Gewässern rund um Holbox – du kannst mit ihnen schnorcheln, was ein außergewöhnliches Erlebnis ist. Wichtig zu wissen: Seriöse Anbieter halten sich an strikte Verhaltensregeln, um die Tiere zu schützen. Buche nur bei Guides, die diese Regeln kennen und einhalten – frag ruhig nach, bevor du buchst. Auch abseits der Walhaissaison lohnt sich Holbox: Mantarochen, Delfine und eine beeindruckende Vogelwelt sind das ganze Jahr über präsent.
Das Dorf selbst ist klein, aber lebendig. Die Hauptstraße – auch sie aus Sand – ist gesäumt von kleinen Taquerias, Holzbars und Kunsthandwerk-Läden. Eine gute Mahlzeit bekommst du hier nicht trotz der Einfachheit, sondern wegen ihr: frischer Fisch, Garnelen direkt vom Boot, Maistortillas von Hand geformt. Holbox zieht eine interessante Mischung aus Reisenden an – Surfer, Familien, Paare, Langzeitreisende – und der Ton zwischen den Menschen ist entspannt und offen. Wer erwartet, dass eine Insel ohne Autos und mit schlechtem WLAN langweilig ist, wird angenehm überrascht.