Das Dorf Al Ayn, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt in den Emiraten, liegt am nördlichen Rand des Plateaus und ist kaum ausgeschildert. Die Bewohner bauen hier seit Generationen Rosen an, deren Blütezeit im März und April kurz, aber unvergesslich ist. Wenn du in dieser Zeit früh morgens durch die schmalen Lehmgassen gehst, hängt der Duft förmlich in der Luft. Kein Eintrittspreis, keine Touristen-Infrastruktur – nur echtes Dorfleben.
Für Wanderer lohnt sich der wenig frequentierte Pfad entlang der alten Falaj-Bewässerungskanäle zwischen Ash Sharayjah und Wadi Bani Habib. Die verlassenen Häuser von Bani Habib stehen auf einem Felsvorsprung und bieten eine Perspektive auf das Wadi, die du auf keinem Postkarte siehst. Der Weg ist technisch einfach, aber unmarkiert – eine gute topografische Karte oder ein lokaler Guide ist ehrlich gesagt keine Übervorsicht, sondern einfach sinnvoll.
Ein weiterer Tipp: Miet dir in Al Ain (dem Dorf auf dem Plateau) für einen Abend eine kleine lokale Unterkunft statt im grossen Resort zu wohnen. Die Pension-ähnlichen Gästehäuser kosten einen Bruchteil, und der Kontakt zu den Einheimischen ist ein ganz anderer. Abends auf dem Dach sitzen, die Sterne über dem Hajar-Gebirge beobachten und morgens frische Datteln zum Frühstück – das ist Jabal Akhdar, wie es die meisten nie erleben.
Eines solltest du wissen: Für den Aufstieg auf den Jabal Akhdar benötigst du ein Allradfahrzeug – das ist Pflicht und wird am Checkpoint auch kontrolliert. Plane das bei der Fahrzeugmiete unbedingt ein und starte den Aufstieg möglichst früh, um die Nachmittagshitze und den Gegenverkehr auf der engen Strasse zu meiden.