Fahr zum Punta Sur, dem südlichsten Zipfel der Insel, am besten früh morgens, bevor die Tagestouristen ankommen. Die Felsen dort sind rau, der Wind kommt direkt vom offenen Meer, und du hast das Gefühl, am Ende der Welt zu stehen. Es gibt einen kleinen indigenen Tempel, der Ixchel gewidmet ist – unspektakulär auf den ersten Blick, aber im Kontext der Geschichte der Insel bemerkenswert. Kein Souvenirladen, keine Menschenmengen um acht Uhr morgens.
Für Essen abseits der touristischen Restaurantzeile auf der Avenida Hidalgo lohnt sich ein Spaziergang in die Wohnviertel im mittleren Teil der Insel. Dort gibt es kleine Comedores – schlichte Familienbetriebe ohne englische Speisekarte –, wo du für wenig Geld echte Yucatán-Küche bekommst: Cochinita Pibil, gegrillter Fisch des Tages, Tortillas von Hand. Frag die Einheimischen, sie zeigen dir gerne, wo sie selbst essen gehen.
Wer tauchen oder schnorcheln will, kennt die Manchones-Riffe. Weniger bekannt ist das Schnorcheln direkt vor dem alten Hafen auf der Westseite der Insel, besonders in den frühen Morgenstunden. Das Wasser ist ruhig, die Sicht gut, und du bist meistens allein. Zudem gibt es nahe der Isla Contoy – einer unbewohnten Schutzinsel nördlich von Isla Mujeres – Bootstouren, die deutlich weniger überfüllt sind als die typischen Whale-Shark-Ausflüge. Die Saison für Walhaie ist begrenzt; informiere dich vorab über aktuelle Bedingungen und geh mit einem lokalen, kleinen Anbieter statt mit einem der grossen Cancún-Touren-Busse.
Ein letzter, ehrlicher Tipp: Komm nicht im Juli oder August, wenn die Insel aus allen Nähten platzt. Die Monate Mai, Juni, Oktober und November sind ruhiger, günstiger, und das Wasser ist genauso warm. Isla Mujeres ist klein – sie verträgt keine Massen gut, und du wirst es sofort merken, wenn zu viele Menschen gleichzeitig da sind. Wer Ruhe sucht, wählt die Schulter-Saison.